Scharniere und Gewinde

Fehler und Maßnahmen

Lackreste auf Messinggewinden oder rostigem Stahl erschweren das Aufschrauben von Flügelmuttern – bis zum Abriss der Gewindestange. Diese „Entwicklung“ der Lackverharzung wird nicht nach einem Tag nach Lackierungsende festgestellt, sondern Wochen später. Ebenso ist einlaufender Lack in Messinghülsen gleichermaßen zerstörend. Schlecht bindender Lack ist teilweise Schmutzanziehend. Auch Öl und Talkum, oder Graphit lösen dann die Verdickungen in der Lauftolleranz der Schiebehülsen nicht auf. Es kann jedoch sein, dass ein Lack nicht besonders ölbeständig ist und das Schmieröl diesen auflöst! Grundsätzlich darf – ausnahmsweise – in dem fall blockierender Hülsen geschmirgelt werden, um diese Teile zu reinigen. Gewinde werden mit dem Gewindeschneider freigeschnitten. Hierbei ist zu beachten, das öfters bei Billigmarken der 60-80er jahre des letzen Jahrhunderts, ungewöhnliche Gewindegänge zeitweise Verwendung fanden. Man kann also nicht von demselben Modell einer Bootsmarke zwingend auf das gleiche Modell Jahre später/früher rückschliessen! Das Detail der Gewinde und Flügelmuttern ist ggf. anders. Es wäre zuerst zu prüfen, ob es sich um ein heute üblich erhältliches metrisches Gewinde handelt! Zur Not hilft eine Gewindelehre. Ein bekanntes Beispiel – und Ausnmahme aus dem hochpreisigen Bereich – ist Pionier aus Bad Tölz.

Fehler: Überalterte Guss- und Formteile!

Messingschrauben und Kupfernieten werden nach ca. 40 jahren spröde und reissen bei ruckartiger Überlast vielleicht unvermittelt ab. Hinzu kommt, dass der Mensch seither schwerer geworden ist. Die Verbindungsteile werden also – neben der Altersschwäche – überlastet. So oder so. Es kann hier – in dieser Schilderung – nur von einem „Boot im Originalzustand“ gesprochen werden.


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Aussagen „das Boot hält sie ganz beytimmt aus“, sind falsch, oder der Rückschluß: „Weil das Boot unbeschädigt im Originalzustand ist, hält es alles und jeden aus“. Die Bezeichnung „Originalzustand“ kann wahr sein, und doch niemandem nützen. Bei über 40 Jahre alten Booten und deren „original – Anbauteilen“ kann dies auch ein Grund zur eingeschränkten Nutzng – oder gar zur Sorge sein. Bei Verkäufen, ist die Bezeichnung „Originalzustand“ also etwas für den gebildeten Sammler, kaum für den Anfänger. Ein höherer Preis – ausser dem des rein emotional- fiktiven „Liebhaber-Preises“ wäre damit kaum wirksam zu argumentieren.

Und wie immer gilt:
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