Lackierungen

Stichpunkte zum merken und nachdenken

Fehler: Offenlassen beschädigter Lackierungen!

Abscheuernde Stellen werden alljährlich nachkontrolliert, oder nach einem Abbau. Die Bodenleiter- Unterseite die an dem Unterschiff anliegt, verkeilt Sandkörner und lässt diese wie Schmirgel zwischen sich und der Haut reiben. Umgebungen von mechanischen Teilen haben Abplatzungen und Harrisse, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Wer Faltoote pflegt müsste normalerweise „tauchlackieren“. Diese wirsame Option eröfnet sich nur der Werkstatt! Kaum ein Bastler hat in seinem Hobbykeller eine termperierbare Tauchwanne und kann die Aerosle angemessen ablüften lassen. Deshalb wird im Ramen einer halbwegs tauglichen Improvisation, der Lack mit der vierfachen Menge Verdünner verdünnt wie Wasser. Mit einem breitquastigem Pinsel wird deckend, triefend aufgetragen.
Eine saubere, säurebeständige Plane fängt den Lack unten auf und man nimmt von der Plane weg. Erneut kann dann mit dem Pinel aufgetragen werden. Der „wässerigkeit“ der Verdünnung ist es zu verdanken, dass es kaum Lacknasen gibt. Ein-zwei sanfte nachstreicher können den Abfluß des Lackes von der Oberfläche so steuern. Eine Griffstelle am „Werkstück“ sollte vielleich frei bleiben. Beim 2ten Vorgang käme diese dann dran, oder man fast mit Handschuh (kein Einweg-Nitril, o.ä. – Der hält das nicht aus) oder schmaler Zange, Greifhand (Werkzeug), etc. das Stück an. Eine Abtropfecke wäre einzurichten, oder ein saugfähiges Brett minderster Faserdichte, kann auch Tropfmengen aufnehmen. (Dann wäre das Holzmaterial aus dem Baudiscounter auch endlich mal zu was Nütze). Nasen können später – in pastösem Zustand – zudem abgeschnitten werden. Ist eine Schicht griffest angetrocknet spürt man eine Rauhheit auf der Oberfläche, die zuvor nicht war. Offen Faserröhren haben sich voll Lack gesogen und quollen auf. Zuvor nahmen sie noch Wasser auf! Das ist also auch ein Zeichen, dass die Lackierung dringend nötig war. Mit einer Wollsocke oder einem Stück Druckerpapier werden die frisch lackierten Bauteile nun abgerieben.


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Die sich verändernde Qualität des „Tauchlackes“ wäre zu beobachten, da er zunehmend verschmutzt – und Lösemittel verliert. Es ist ratsam, nur verarbeitbare Mengen anzumischen. Die Entsorgunsanweisung wäre schon bei Kauf zu beachten.

Bei „eintauchen“ der Holzstelle, entstehen durch die Haarrisse sofort längere, dunkelbrauen bis schwarze Faserungslinien. Durch diese drang das Wasser ungehindert ein, und arbeitete an der Zersetzung. Durch den wasserähnlichen Lack der „Ersten Lage“ werden Haarrisse geschlossen und alter, noch aufnahmefähiger Lack angefrischt.

Sind unlackiete Stellen lange frei, entsteht schwarzer Schimmel und vermorschung. Dann sprechen wir von Brennholz. Ein oberflächliches „Anschimmeln“ kann noch behoben werden. Ist jedoch eine Sache mit Augenmaß und Erfahrungswert. Ein Biegetest zeigt, ob das Teil noch statisch intakt ist.

Fehler: Falsche Oberflächenbehandlung und Lackierungsart!

Es wird fast nie geschmirgelt. Brüchige Lacke werden mit Ziehklinge entfernt (auch Japanspachtel). Mit Lacklösemittel oder einem aggressiveren Lösemittel werden alle Holzteile geputzt, gebürstet und gewaschen. Zum Bütrsten nimmt man eine Zündkerzenbürste. Diese hat Messingborsten, die Weich und trotzdem zäh genug sind, die geschwärzten Ecken der Gerüstkonstruktion zu erreichen. Es taugen auch andere, weiche Drahtbürsten oder deren Kunststoffersatz. Die Hand- und Fingernagelbürste ist ab und an zu schwach. Bereits im Bürsten platzen marode Lackpartikel ab. Das komplette Abschmirgeln wird insofern als Fehler gesehen, da die wenigsten „Schrmirgler“ über die Kenntniss und Fertigkeit verfügen ein derart blankes Holz vollwertig neu zu lackieren.
Der Erfolg einer neulackierung wird nicht 2 Tage nach Lackierung gemessen, sondern nach frühestens 3 Monaten – besser 6 Monaten. Dann wenn verunreinigte Stellen die Lack abstossen , sichtbar. So wäre bei einer Angabe „Ich habe das Gerüst zuvor Tauchlackiert, ggf. eine Nachfrage erhellend (was meint der Verkäifer damit?) Insgesamt werden 2-3 Schichten in verschiedenem (immer dickflüssiger ) Mischnugsverhältnissen – nach bis zu 14 Tagen Antrockenzeit dazwischen – benötigt, um eine rohes Stück Holz in einen Bootsbauteil zu verwandeln. „Frisch lackierte Gerüste können ggf. „Verkaufskosmetik“ sein.

Und wie immer gilt:
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